Am Fuße der schwäbischen Alb gelegen, geht Bad Urach auf eine
allemannische Siedlung zurück. Um 1050 wurde der Hohenurach als Sitz
der Gaugrafen von Urach erbaut, in deren Schutz ein Ort entstand,
welcher um 1140 Marktrechte erhielt und 1316 erstmals urkundlich als
Stadt erwähnt wird. Um 1260 wird Urach württembergisch.
Es
wird zu einem wertvollen Stützpunkt für die Grafen von Württemberggegen die Reichsstadt Reutlingen und nach derwürttembergischen
Landesteilung von 1442 bis 1482 zur Residenz der südlichen Landeshälfte.
Schon seit etwa 1443 gibt es eine lateinische Schule in der Residenzstadt
Urach.
Unter der Herrrschaft des Grafen Eberhard V. , genannt im Bart (1445-1496),
erfährt die Stadt eine lebhafte Entwicklung und ihre Blütezeit.
Herzog Friedrich I. förderte die Flachsspinnerei und 1660 bis
1793 bestand die Leinwandhandelskompanie.
Im 30-jährigen Krieg und 1796 mußte die Stadt viele Zerstörungen
hinnehmen. Aber ohne große Zerstörung erlebte die Stadt
den Beginn der Industrialisierung mit Gründung einer mechanischen
Flachsspinnerei 1838.
Heute ist Bad Urach durch die 60°C heiße Thermalquelle
(erste Bohrungen erfolgten um 1970) Heil- und Kurort im baden-württembergischen
Kreis Reutlingen. Bad Urach ist für ihre historische Innenstadt
(mit ihrem sehenswerten Marktplatz mit Rathaus und Marktbrunnen, sowie
dem renovierten Schloß) und dem historischen Schäferlauf,
der alle zwei Jahre stattfindet (auch 1999), weltweit bekannt.
Außerdem gibt es in Bad Urach drei Museen. Das Residenzschloß
dient als Museum
für heimatkundlich Interessierte. Der Geburtsort des Grafen Eberhard
ist auch in Bereichen der mittelalterlichen Waffentechnik, Malerei
und Musik nicht zu verachten. In der Klostermühle sind Zeugnisse
bürgerlicher Geschichte bis hin zum Industriezeitalter ausgestellt.
Genauso sind alte Stadtansichten und Bilder der Kleinstadt Bad Urach
zu sehen. Das Grammophon-Museum bietet Einblicke in die Geschichte
des Plattenspielers aus über einem Jahrhundert. Ein Besuch in
einem der drei oder auch allen dreien ist mit Sicherheit eine lohnende
Zeitinvestition und wird niemanden enttäuschen.
Übrigens: die Laugenbrezel wurde in Bad Urach erfunden!!!
Bilder: Steffen Schwerdtfeger
Text: Torben Sammet; Björn Reusch; Tobias Knecht, Paul Vatter